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Wissenswertes | Tags: Mängel, Wohnungsübergabe, Wohnungsübergabeprotokoll

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Vom 14. August 2014
Aktualisiert am 15. Februar 2016

5 Mängel, die Eigentümer bei der Wohnungsübergabe hinnehmen müssen

Wenn der Mieter auszieht, muss er nicht alle seine Spuren in der Wohnung beseitigen. Das Wohnungsübergabeprotokoll hält den Zustand der Mietsache eindeutig fest.

Ein Wohnungsübergabeprotokoll hält Spuren des alltäglichen Gebrauchs der Mietsache fest
Nicht alle Gebrauchsspuren müssen bei der Wohnungsübergabe beseitigt werden. © kautionsfrei.de

Mängel bei der Wohnungsübergabe

Nicht alle Gebrauchsspuren müssen beseitigt werden

Es ist nicht verwunderlich, dass nach dem Auszug von Mietern Gebrauchsspuren zurückbleiben. Das Leben in der Wohnung, aber auch der Umzug selbst hinterlassen unschöne Relikte an Wänden, Türen oder Fußböden. Unser Tipp vorweg: Niemals das Wohnungsübergabeprotokoll beim Ein- oder Auszug vergessen, denn es sichert beide Parteien - Mieter & Vermieter - ab, was den Zustand der Mietfläche zum Zeitpunkt des Aus- oder Einzugs angeht.

Einige Mängel darf der Vermieter beanstanden, während er andere ohne Anspruch auf Schadensersatz hinnehmen muss. Welche das sind, wird im Folgenden erläutert:

1. Streichen in Eigenarbeit?

Streicht der Mieter in Eigenregie, führt dies nicht immer zum professionellsten Ergebnis. Auch Freunde oder Bekannte, die der Mieter um Hilfe bittet, sind im seltensten Fall Meister des Malerhandwerks. Leider gehört dieser Umstand zu den Dingen, die der Vermieter hinnehmen muss. Denn gesetzlich ist es zulässig, dass Mieter die Schönheitsreparaturen, die im Mietvertrag vereinbart wurden, selbst vornehmen.

2. Zerkratzte Fußböden

Nach dem Auszug weisen die meisten Fußböden Kratzer, Druckstellen oder Abnutzungsspuren auf. Eine Sanierung dieser Schäden zählt aber nicht zu den Schönheitsreparaturen und fällt daher in den Zuständigkeitsbereich des Vermieters. Für Makel, die über gewöhnliche Gebrauchsspuren hinausgehen, wie beispielsweise Brandlöcher oder Weinflecken, muss der Bewohner aufkommen.

3. Abnutzung von Armaturen und Interieur

Auch ein abhanden gekommenes Kühlschrankfach oder ein verkalkter Duschkopf berechtigen den Vermieter nicht zu einer Schadensersatzforderung. Das Amtsgericht Zweibrücken entschied (Az: 2 C 71/13), dass diese Art der Defekte der normalen Abnutzung zugeschrieben werden, weshalb der Mieter nicht dafür aufkommen muss.

4. Mängel im Bad

Kleine Kratzer auf den Fliesen oder verfärbte Fugen zählen zu den normalen Abnutzungsspuren. Sofern diese Mängel nur im üblichen Maß auftreten, muss dieser Zustand vom Eigentümer akzeptiert werden.

5. Die „besenreine“ Übergabe

Ist im Mietvertrag die Rede von einer „besenreinen Übergabe“ kann dies wörtlich genommen werden. Demnach ist der Mieter verpflichtet, die Räume ordentlich zu fegen und grobe Verunreinigungen zu beseitigen. Nicht einmal die Fenster müssen geputzt werden. Lediglich Überbleibsel wie Klebereste oder Dekorationsrückstände sind zu entfernen.

Fazit

Grundsätzlich sollten Eigentümer nach dem Auszug eines Mieters ganz genau hinsehen und alle Mängel im Wohnungsübergabeprotokoll vermerken. Nur dann kann bei Schäden, die nicht auf eine normale Abnutzung zurückzuführen sind, ein Schadensersatzanspruch geltend gemacht werden. 

Von | 14. August 2014, 10:35 Uhr


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Über Marilla Schleibaum

Profilbild Marilla Schleibaum

ist Fachfrau für Webanalytik und Social Media Management - Schwerpunkt: Immobilien, Versicherungen, Finanzen. Für kautionsfrei.de schreibt sie aktuelle und informative Blogbeiträge zur Mietkautionsversicherung oder auch das Kautionskonto und veröffentlicht ausführliche Fachartikel- sachlich, präzise und faktenreich.