Berlin-Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg vom Mietenanstieg besonders betroffen

Hauptstadt Berlin: Ein Magnet für Menschen aus Nah und Fern – alle wollen sie nach Berlin. Und sie kommen auch, was der Hauptstadt starke Zuzugsraten beschert. Noch Ende 2013 waren in Berlin rund 3,5 Millionen Einwohner registriert – das sind runde 50.000 mehr als noch ein Jahr zuvor.

Wie teuer ist Berlin?

Das dies Folgen für die Mietpreise in der Stadt hat, ist klar. So sind auch im vergangenen Jahr die Mietpreise für neu vermieteten Wohnraum um durchschnittlich 14 Prozent gestiegen. So lag im ersten Quartal dieses Jahres die Durchschnittsmiete für Berlin bei sage und schreibe 9,60 Euro pro Quadratmeter. Da macht Berlin keinen Unterschied mehr zu anderen Großstädten des Landes. In Prozent ausgedrückt heißt dies auch: Berlin liegt ganze 39 Prozent über dem deutschen Durchschnitt von 6,90 pro Quadratmeter. Damit einher gehend, steigt natürlich auch die zu Mietbeginn zu hinterlegende Mietkaution, eine weitere finanzielle Belastung.

Wer innerhalb des S-Bahn Ringes wohnen möchte, bekommt nichts mehr unter 6,50 nettokalt. Nach Mitte hin werden es stolze 13,20 Euro pro Quadratmeter, in Kreuzberg sind es immer noch 11,20 Euro pro Quadratmeter. Das sind alles reale Ergebnisse einer stark gewachsenen Zuzugsquote und der damit verbundenen hohen Nachfrage an Wohnraum. Friedrichshain-Kreuzberg, Tempelhof-Schöneberg und Mitte sind somit vermeidliche Sieger in der Mietensteigerung: 16-20 Prozent mehr wird hier verlangt, als noch vor einem Jahr.

Was kann man gegen die Mieterhöhung tun?

Nach Einschätzung des Berliner Mietervereins müssen wir in Berlin auch in Zukunft mit weiter steigenden Mieten rechnen. Daher ist die Mietpreisbremse elementar wichtig, um den sozialen Zusammenhalt der Stadt zu unterstützen. Die Mietpreisbremse soll ab 2015 gelten und besagt, dass der Mietpreis bei Neuvermietungen nicht mehr als 10 Prozent über der ortsüblichen Miete liegen darf. Zudem sollen die Maklerprovisionen nicht mehr vom Mieter, sondern vom Vermieter getragen werden. Leider ist die Sache nur nicht ganz zu Ende gedacht, denn wenn diese Regelungen so Realität werden, dann werden Vermieter zukünftig massiv mehr Staffelmietverträge vorgeben, denn mit diesen kann die Miethöhe dann künstlich umgangen werden. Zudem fehlt leider wieder der Bestandsschutz, also der Schutz für die Menschen, die eben nicht neu anmieten, sondern in der bisherigen Wohnung bleiben möchten.

Lediglich der Milieuschutz mit seiner neuen Erhaltungsverordnung kann dem allgemeinen Trend der Luxussanierungen entgegenwirken. Sie wäre ein wirksamer Baustein, die Mietpreisentwicklung in Berlin etwas abzudämpfen. Der große Durchbruch jedoch ist mit keiner der anstehenden Maßnahmen zu erwarten. Die Verdrängung, auch Gentrifizierung genannt, wird leider weiter voranschreiten und einkommensschwächere Menschen werden an den Rand der Stadt verdrängt. Das Ende vom Lied wird dann eine Innenstadt sein, die all das verliert, was Berlin ausmacht – das schräge Leben hier und die urigen Berliner, die bereits jetzt nach Möglichkeit die völlig touristischen Kieze verlassen.

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