Kautionskonto – Arten, Anlage, Auflösung, Zinsen & Urteile

Letzte Aktualisierung: 10.11.2017

Was ist ein Kautionskonto?

Einführung zum Thema
Das Vorwort zum Kautionskonto erklärt Grundlegendes zum Thema.

Der Begriff „Kautionskonto“ ist nur eine andere Bezeichnung für „Mietkautionskonto“ oder auch „Mietkautionssparbuch“. Auf dem Kautionskonto wird das Geld angelegt, das Mieter zu Beginn des Mietverhältnisses beim Vermieter als Mietsicherheit hinterlegen müssen. Es kann von beiden Mietparteien, also vom Mieter oder vom Vermieter, bei einem Bank- oder Kreditinstitut eingerichtet werden.

TIPP:

Das Bürgerlichen Gesetzbuch (§ 551 BGB) schreibt vor, dass höchstens drei Monatsnettokaltmieten als Mietkaution hinterlegt werden müssen. Die vorgeschriebene Maximalhöhe für die Kaution gilt aber nur für die Vermietung von Wohnraum. Bei Gewerbeobjekten muss dieser Punkt ebenso wie der eigentliche Gewerbemietvertag extra ausgehandelt werden.

Die Mietkaution für Ihren Wohnraum:

  • dient der Absicherung des Vermieter gegen eventuelle vom Mieter verursachte finanzielle Schäden
  • ist für die Dauer des Mietverhältnisses unkündbar
  • beträgt in Deutschland bis zu drei Nettokaltmieten
  • muss getrennt vom restlichen Vermögen des Vermieters verzinst und insolvenzsicher angelegt werden.

Aktuell ist am Ende des Mietverhältnisses nicht mit großen Zinszahlungen zu rechnen. Lediglich magere 0,2-0,8% können derzeit mit dem Anlegen der Mietkaution erwirtschaftet werden. Das deckt gerade einmal zu 30% die Teuerungsrate (Inflationsrate).

Die wichtigsten Fakten zum Mietkautionskonto auf einen Blick:

  • Das Kautionskonto wird entweder von Ihnen als Mieter bei der Bank eingerichtet und an den Vermieter verpfändet oder vom Vermieter selbst eingerichtet.
  • Eine clevere Alternative zur Barzahlung oder Überweisung einer Mietkaution ist die Mietkautionsbürgschaft oder Mietkautionsversicherung. Dieses Modell macht Sie finanziell flexibler und am Ende, wenn Sie wieder ausziehen, ist die Abwicklung der Mietkaution sehr viel einfacher.

TIPP:

Die Konditionen für Mietkautionskonten sind bei den Banken sehr unterschiedlich. Holen Sie sich daher verschiedene Zinsangebote ein und erkundigen Sie sich nach anfallenden Extragebühren. Erkundigen Sie sich außerdem über alternative Möglichkeiten, die Mietkaution anzulegen. Allerdings sollten Sie mit dem Vermieter über die von Ihnen bevorzugte Art der Mietkaution sprechen, denn er muss damit einverstanden sein.

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Welche Vorteile hat ein Kautionskonto für mich?

Wie wird die Mietkaution auf dem Kautionskonto angelegt?
Das Kautionskonto bringt dem Mieter keinen finanziellen Vorteil, da die Verzinsung hier sehr niedrig ist. Sie beträgt oft nur bis zu einem Drittel der Inflationsrate.

Insgesamt sind die Möglichkeiten, eine Mietkaution zu hinterlegen, sehr verschieden. Das Kautionskonto bei einer Bank ist nur eine davon.

Die alternativen Möglichkeiten sind

  • Mietkautionsdepot
  • Bausparvertrag
  • Mietkautionsbürgschaft, auch Mietkautionsversicherung genannt

Die Frage, welche Vorteile ein Kautionskonto oder Sparbuch für Sie hat, sollte richtigerweise lauten: Welche Vorteile hat es für Sie überhaupt, da die Nachteile überwiegen.

Bei genauer, sachlicher Betrachtung sieht es so aus:

  • Vorteil: Es ist eine insolvenzsichere Anlage, vorausgesetzt, dass das Konto den gesetzlichen Auflagen entsprechend eingerichtet und geführt wurde.
  • Vorteil: Kein Verlustrisiko im Falle einer Bankpleite, da das Guthaben über die Einlagensicherung abgesichert ist.
  • Nachteil: Das Geld auf dem Kautionskonto steht Ihnen für die Dauer des Mietvertrages nicht zur Verfügung.
  • Nachteil: Die derzeit zu erreichenden Zinsen sind sehr niedrig. Mickrige 0,2-0,8% stehen einer aktuellen Inflationsrate von 2,4% gegenüber. Mit anderen Worten: Ihr Geld verliert Jahr für Jahr an Kaufkraft. Lesen Sie hierzu auch unseren Vergleich der Zinsentwicklung.
  • Nachteil: Läuft das Mietkautionskonto auf Ihren Vermieter, müssen diese Zinsen von Ihnen versteuert werden.
  • Nachteil: Wird der Mietvertrag beendet, kann es drei bis sechs Monate (im Schadensfall auch bis zu einem Jahr) dauern, bis Sie wieder über Ihr Geld verfügen können. Da für die neue Wohnung dann aber auch wieder eine Kaution fällig wird, kommt auf Sie eine doppelte finanzielle Belastung zu. Nicht jeder kann oder will sich das leisten.
  • Nachteil: Es können Gebühren für Kontoeinrichtung (bis zu 25 Euro) und Kontoführung (monatliche Kosten) entstehen.
  • Nachteil: Wenn das Konto auf Ihren Vermieter läuft, haben Sie kaum eine Kontrolle darüber, was mit Ihrer Kaution passiert. Es ist schließlich möglich, dass er sich nicht an die gesetzlichen Auflagen zum Anlegen der Mietkaution hält. Unter Umständen laufen Sie sogar Gefahr, Ihr Geld teilweise oder ganz zu verlieren.

TIPP:

Manche Banken ersetzen zuweilen den Namen für das Kautionskonto durch neue modische Bezeichnungen. Lassen Sie sich davon nicht irritieren. Auch diese Produkte sind unterm Strich nichts Anderes und dienen ein und demselben Zweck.

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Wie löse ich ein Kautionskonto auf?

Wie löse ich ein Kautionskonto auf?
Das Kautionskonto kann bis zu 6 Monate nach Mietende noch gebunden sein. Mit kautionsfrei.de gibt es kein Kautionskonto mehr!

Das Mietverhältnis ist beendet. Sie ziehen aus. Im Regelfall passiert dann Folgendes:

  • Das Kautionskonto wird aufgelöst und die Zinsen abgerechnet.
  • Der Vermieter gibt bei Auflösung des Kautionskontos das Kautionssparbuch und damit die einhergehenden Verfügungsrechte aus der Verpfändungserklärung mithilfe einer Auflösungserklärung an Sie, den Mieter, zurück.
  • Sie gehen mit dem Sparbuch zur Bank und informieren sie über die Beendigung des Mietverhältnisses.
  • Das Geld vom Kautionssparbuch wird zusammen mit den erwirtschafteten Zinsen von der Bank auf Ihr Konto ausgebucht.

Häufig ist es jedoch so, dass dieses Kautionskonto auch noch mehrere Monate weiterlaufen kann. Der Gesetzgeber gesteht dem Vermieter eine „angemessene Frist“ zur Rückzahlung der Mietkaution zu. In dieser Zeit prüft der Vermieter, ob:

  • noch Mietrückstände existieren,
  • alle Betriebskosten beglichen sind
  • die Wohnung Schäden aufweist, für die Sie haftbar zu machen sind

In Fällen zulässiger, vereinbarter Reparaturarbeiten kann sich der Vermieter sogar bis zu einem Jahr Zeit lassen. Sie als Mieter sind dann derjenige, der monatelange Geduld braucht und auf sein Geld warten muss.

TIPP:

Das muss nicht sein! Erheblich weniger finanziellen Stress und Wartezeiten haben Sie, wenn Sie sich statt für das herkömmliche Kautionskonto für eine Mietbürgschaft entscheiden. Zwar hat auch hier der Vermieter das Recht, seine Ansprüche anzumelden, jedoch müssen Sie hier nicht auf das Geld auf Ihrem Konto verzichten.

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Kautionskonto oder Mietkautionsbürgschaft: Was ist günstiger?

Wertverlust bei Mietkaution auf einem Kautionskonto
Ein Vergleich zeigt die Unterschiede zwischen Kautionskonto und Mietbürgschaft auf.

Das Argument, bei einer Barkaution würden Sie durch die Zinsen einen Wertzuwachs erwirtschaften, zieht leider seit einigen Jahren schon nicht mehr. Aufgrund der Null-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank reichen die Banken in Deutschland nur sehr geringe Zinsen an Ihre Kunden weiter.

Einmal angenommen, Ihre Nettokaltmiete liegt bei 500 Euro, dann müssen Sie immerhin 1.500 Euro für die Kaution beiseitelegen. Ein Wertverlust auf dem Kautionskonto kann bereits nach 6 Jahren deutlich werden, wie unsere Grafik für die Jahre 2010 bis 2016 zeigt.

Unsere clevere Alternative zum Sparen: Natürlich kostet eine Mietbürgschaft wie die von kautionsfrei.de auch Gebühren. Wie viel das ist, verrät Ihnen unser Kautionsrechner. Unter Umständen geben Sie hier aber nicht viel mehr Geld aus, als Sie durch ein Kautionskonto mit niedrigen Zinsen verlieren würden. Dafür können Sie die 1.500 Euro behalten und bleiben finanziell flexibel. Demzufolge werden sie Ihnen zum Ende des Mietverhältnisses und beim Umzug in die neue Wohnung auch nicht fehlen

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Kautionskonto für gewerbliche und private Mieter: Was ist der Unterschied?

kautionsfrei.de hat die wichtigsten Fakten für Sie zusammengefasst:

Private Mietkaution

Gewerbliche Mietkaution

genaue gesetzliche Regelungen durch BGB und Mietrecht

keine genauen gesetzlichen Vorgaben, Vermieter haben einen großen Gestaltungsspielraum, vieles ist Verhandlungssache

Höhe der Mietkaution auf maximal 3 Monatskaltmieten gesetzlich begrenzt

Hohe Risikohaftung (meist 6 - 7 Netto- oder Bruttokaltmieten), Anzahl der Raten für die Kaution sind frei verhandelbar

geringe Jahresbeiträge für die Mietkautionsbürgschaft

höhere Beiträge für Mietkautionsbürgschaften aufgrund eines höheren Risikos, aber verglichen mit den i.d.R. sehr hohen Barkautionen immer noch moderat

Wie private Mieter sind auch gewerbliche Mieter nicht von einer Kautionszahlung befreit. Doch die beträgt meist 6-7 Nettokaltmieten und ist damit weitaus höher als bei privaten Mietern. Auch viele Gewerbemieter wollen diese hohen Auslagen für die gewerbliche Mietkaution sparen und suchen nach Alternativen. Welche am besten geeignet ist, hängt von individuellen Faktoren, dem vereinbarten Mietvertrag und vom verfügbaren Budget ab. Erfahren Sie mehr über Kautionskonto und Mietkaution für Gewerbemieter.

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Checkliste Kautionskonto – Tipps, die Sie beachten sollten!

Welche besonderen Hinweise gibt es zu beachten?
Hinweis: Die Mietkautionsversicherung erspart Ihnen die Geldanlage auf einem Kautionskonto. Sie sind finanziell flexibel und genießen trotzdem vollste Mietsicherheit.

Beim Kautionskonto oder auch Mietkautionskonto gibt es einige wichtige Hinweise, die Sie beachten sollten:

  • Achten Sie in jedem Fall darauf, dass die Mietkaution bei der Bank getrennt vom restlichen Vermögen des Vermieters angelegt wird. So vermeiden Sie Missbrauch und Verlust der Kaution bei eventueller Insolvenz des Vermieters.
  • Erkundigen Sie sich vorher über die Möglichkeiten und Konditionen, um Ihre Kaution sicher zu hinterlegen. Holen Sie sich verschiedene Zinsangebote ein und erkundigen Sie sich nach anfallenden Extragebühren der Bank oder des Kreditinstitutes.
  • Beachten Sie, dass eine Verpfändung oder Abtrennung der Kaution oder des Rückzahlungsanspruchs sowie jede sonstige Verfügung über das Kautionskonto während des Mietverhältnisses ausgeschlossen sind.
  • Bei Forderungen aus dem Mietverhältnis ist der Vermieter berechtigt, diese gegen Ihre Kaution aufzurechnen. Ein Übergabeprotokoll bei Auszug hält als Nachweis ggf. anfallende Kosten für Schönheitsreparaturen oder sonstige Forderungen fest und vermindert die Gefahren späterer Uneinigkeiten.
  • Die Auslösung und Rückzahlung der Kaution vom Sparbuch kann bis zu sechs Monate dauern. Behalten Sie also lieber das Geld für die Mietkaution für sich und nutzen Sie eine Mietkautionsversicherung: So einfach geht's. 
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Katharina Abejón Pérez