Kautionskonto – Arten, Anlage, Auflösung, Zinsen & Urteile

Letzte Aktualisierung: 30.03.2016

Das Kautionskonto: Einleitende Informationen.

Einführung zum Thema
Das Vorwort zum Kautionskonto erklärt Grundlegendes zum Thema.

Ein Kautionskonto ist andere Bezeichnung für das Mietkautionskonto oder auch Mietkautionssparbuch. Die Regelungen zur Mietkaution gelten nur für die Vermietung von Wohnraum nach § 549 BGB. Bei der Mietkaution für Gewerbeobjekte ist der verhandelte Mietvertrag bzw. dessen Verhandlungsergebnis entscheidend. Das Kautionskonto dient dazu, die Mietkaution anzulegen, die ein Mieter zu Beginn seines Mietverhältnisses hinterlegen muss. Mit dem eingezahlten Geld auf dem Kautionskonto werden jedoch nur verschwindend geringe Zinsen erwirtschaftet (0,3-0,8%).

Die Mietkaution

  • dient zur Sicherung aller Ansprüche des Vermieters gegenüber dem Mieter
  • ist für die Dauer des Mietverhältnisses unkündbar
  • beträgt in Deutschland bis zu drei Nettokaltmieten und
  • muss getrennt vom restlichen Vermögen des Vermieters angelegt werden.

Das Kautionskonto wird im Regelfall an den Vermieter verpfändet. Es kann sowohl vom Mieter als auch vom Vermieter bei einem Bank- oder Kreditinstitut eingerichtet werden.

Als Alternative genügt jedoch auch eine Mietkautionsbürgschaft, um die Mietsicherheit für eine Mietwohnung zu stellen. kautionsfrei.de sichert Ihre Mietkaution bei Ihrem Vermieter ab. Für diese Absicherung ist ein Beitrag zu zahlen, der jährlich fällig wird. Siehe auch unsere Informationen unter Fragen und Antworten.

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Wie wird die Mietkaution auf dem Kautionskonto angelegt?

Wie wird die Mietkaution auf dem Kautionskonto angelegt?
Das Kautionskonto bringt dem Mieter keinen finanziellen Vorteil, da die Verzinsung hier sehr niedrig ist. Sie beträgt oft nur bis zu einem Drittel der Inflationsrate.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Mietkaution zu hinterlegen. Im Falle der Banken sollte man dabei bedenken, dass der Name ‚Kautionskonto' oder ‚Mietkautionskonto' durch modische Produktnamen wie beispielsweise ‚plussparen-Mietkaution' (Norisbank) oder ‚Multizins-Mietkaution' (BBBank) ersetzt wurde - sie dienen jedoch letztendlich dem selben Zweck.

Die alternativen Möglichkeiten reichen vom Mietkautionsdepot über den Bausparvertrag bis hin zur Mietkautionsbürgschaft, auch Mietkautionsversicherung genannt. So gibt es unterschiedliche Banken und Anbieter, die ebenfalls unterschiedliche Konditionen und Angebote bieten. Das bewährte Kautionskonto wird in der Regel klassisch bei einer Bank angelegt, das Geld eingezahlt und dem Vermieter verpfändet, damit er im Falle ausstehender Mietzahlungen oder Nachzahlungen aus den Betriebs- und Heizkosten Ansprüche erheben kann.

Das Kautionskonto bringt dem Mieter leider keinen finanziellen Vorteil, da die Verzinsung hier mehr als schlecht ist, wie Sie in unserem Vergleich der Zinsentwicklung nachlesen können. Die Zinsen bzw. die Zinsspanne regelt § 551 BGB und reicht derzeit bei verschiedenen Banken von 0,25% bis 0,7%, was allein durch die jährliche Inflationsrate mit ca. 2,4% bereits aufgezehrt wird. Zudem ist ein weiteres Problem, dass einige Banken sogenannte ‚Einmalige Kosten' erheben, die von 12,50 Euro bis zu 20,- Euro reichen können. Auch ist immer öfter zu hören, dass die Bank nur hauseigenen Kontoinhabern ein Kautionskonto ermöglicht.

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Wie löse ich ein Kautionskonto auf?

Wie löse ich ein Kautionskonto auf?
Das Kautionskonto kann bis zu 6 Monate nach Mietende noch gebunden sein. Mit kautionsfrei.de gibt es kein Kautionskonto mehr!

Das Kautionskonto wird im Regelfall immer bei Beendigung eines Mietverhältnisses aufgelöst. Auch die Zinsen müssen dann abgerechnet werden. Doch ist hierbei zu beachten, dass dieses dann noch mehrere Monate weiterlaufen kann. Der Gesetzgeber lässt eine angemessene Frist (3 bis maximal 6 Monate) zur Rückzahlung der Mietkaution zu. Lediglich in den Fällen ausstehender, vertraglich vereinbarter Arbeiten darf der Vermieter den gesamten Kautionsbetrag über diese Frist hinaus blockieren, sofern die Vereinbarungen gesetzlich zulässig sind.

Der Vermieter gibt bei Auflösung des Kautionskontos das Kautionssparbuch und die damit einhergehenden Verfügungsrechte aus der Verpfändungserklärung mittels Auflösungserklärung an den Mieter zurück. Der Mieter geht mit dem Sparbuch dann zur kontoführenden Bank und informiert diese über die Beendigung des Mietverhältnisses. Das Geld des Kautionssparbuches wird dann zuzüglich erwirtschafteter Zinsen auf das Konto des Mieters ausgebucht.

Weniger Stress und Wartezeiten hat der Mieter, wenn er statt dem herkömmlichen Kautionskonto eine Mietbürgschaft überlässt. Zwar hat auch hier der Vermieter das Recht, seine Ansprüche wegen ungeklärter Nebenkosten oder einem strittigen Wohnungsschaden anzumelden, jedoch muss der Mieter eine fehlende Liquidität noch monatelang nach dem Auszug in Kauf nehmen und ist somit auch vor der doppelten Belastung der Mietkautionszahlung geschützt.

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Der Vergleich: Kautionskonto vs. Mietkautionsbürgschaft.

Wertverlust bei Mietkaution auf einem Kautionskonto
Ein Vergleich zeigt die Unterschiede zwischen Kautionskonto und Mietbürgschaft auf.

Das Kautionskonto war und ist die bekannteste Methode für den Vermieter, die Mietkaution seines Mieters sicher aufzubewahren. Mit Beginn der Währungs- und Wirtschaftskrise und dem damit verbundenen Banken- und Immobilienskandal haben immer mehr Mieter erkannt, dass das Geld für die Mietkaution auf dem Kautionskonto effektiv an Wert verliert - das ersparte Geld wird also aufgezehrt.

Die Leitzinspolitik der europäischen Zentralbank hat zur Folge, dass Banken sich faktisch kostenlos Geld von der EZB besorgen können. Die Zinssätze für Einlagen und Sparguthaben gehen dadurch automatisch in den Keller. Die Folge: Die Zinssätze für Sparbücher nähern sich immer mehr dem Nullpunkt.

Was bedeutet dass für Mieter, die umziehen wollen oder müssen?

Die Mietkaution, die bei drei Nettokaltmieten von beispielsweise 500,-€ immerhin 1.500,-€ ausmacht (Quelle: Statista), wird sehr schlecht verzinst. Die jährliche Inflationsrate macht den Wertverlust besonders deutlich und frisst die Zinserträge vollends auf.

Die Alternative: Verwenden Sie als Mietsicherheit eine Mietkautionsbürgschaft.

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Gibt es ein Kautionskonto für gewerbliche Mieter?

Ein klassisches Kautionskonto wie bei privaten Mietern gibt es bei gewerblichen Mietern in der Praxis nicht so häufig, da die Gewerbemietverträge in aller Regel mit größeren Immobilienverwaltungsgesellschaften oder Immobilienportfolios geschlossen werden.

Die Abwicklung der Gewerbemietkaution erfolgt meist über eine Bankbürgschaft - Barkautionen werden hier nur in sehr wenigen Fällen gezahlt. Hierbei ist zu beachten, dass die Bürgschaft unter Ausschluß der Einrede und Vorausklage und zeitlich unbefristet geleistet wird. Wenn kein Kreditinstitut bürgt, kann vereinbart werden, dass Zahlung auf erstes Anfordern erfolgt. Alternativ hierzu kann die Stellung der Gewerbe-Mietkaution mit einer Mietkautionsbürgschaft für Gewerberaummietverhältnisse erfolgen.

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Checkliste Kautionskonto - Tipps, die Sie beachten sollten!

Welche besonderen Hinweise gibt es zu beachten?
Hinweis: Die Mietkautionsversicherung erspart Ihnen die Geldanlage auf einem Kautionskonto. Sie sind finanziell flexibel und genießen trotzdem vollste Mietsicherheit.

Beim Kautionskonto oder auch Mietkautionskonto gibt es einige wichtige Hinweise, die Sie beachten sollten:

  • Achten Sie in jedem Fall darauf, dass die Mietkaution getrennt vom restlichen Vermögen des Vermieters angelegt wird. So vermeiden Sie Missbrauch und Verlust der Kaution bei eventueller Insolvenz des Vermieters.
  • Erkundigen Sie sich vorher über die Möglichkeiten und Konditionen, um Ihre Mietkaution sicher zu hinterlegen. Holen Sie sich verschiedene Zinsangebote ein und erkundigen Sie sich nach anfallenden Extragebühren der Kredit- und Bankinstitute.
  • Beachten Sie, dass eine Verpfändung oder Abtrennung der Kaution oder des Rückzahlungsanspruchs sowie jede sonstige Verfügung über das Kautionskonto ausgeschlossen und für den Vermieter wirkungslos sind.
  • Bei Forderungen aus dem Mietverhältnis ist der Vermieter berechtigt, diese gegen Ihre Kaution aufzurechnen. Ein Übergabeprotokoll bei Auszug hält als Nachweis ggf. anfallende Kostenanteile für Schönheitsreparaturen oder sonstige Ersatzleistungen entsprechend den mietvertraglichen Regelungen fest.
  • Die Auslösung und Rückzahlung der Mietkaution vom Kautionskonto kann binnen acht Wochen bis zu sechs Monate dauern. Nutzen Sie daher besser eine Mietkautionsversicherung.
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Orlando Mittmann