Mietkaution – Regeln, Arten, Höhe & gesetzliche Vorgaben

Letzte Aktualisierung: 10.11.2017

 

Mietsicherheit für Mieter und Vermieter!

 

Was ist eine Mietkaution?

Wer zur Miete wohnt, ist mit dem Begriff „Mietkaution“ in den meisten Fällen schon mal in Berührung gekommen. Sie ist eine Mietsicherheit oder auch Sicherheitsleistung für den Vermieter und soll ihn vor Schäden am Wohnraum oder bei Mietausfällen finanziell abzusichern. Warum das wichtig ist? Für viele Vermieter sind Mietausfälle oder zusätzliche Kosten ein hohes Risiko für die Finanzierung ihrer Immobilie; bei einigen steht sogar die Altersvorsorge auf dem Spiel. Die Mietkaution darf der Vermieter nur für bestimmte Ansprüche aus dem Mietverhältnis nutzen. Das sind:

  • nicht gezahlte Miete
  • nicht gezahlte Betriebskosten
  • zu erwartende Nachzahlungen aus der Betriebskostenabrechnung
  • vom Mieter verursachte Schäden an der Wohnung

Erfahren Sie in unserem Kapitel zum Thema Mietkaution Rückzahlung mehr zu entsprechenden Hintergründen, Urteilen und Regelungen.

Um gleich mit einem Missverständnis aufzuräumen: Es existieren keine gesetzlichen Vorgaben im Mietrecht dazu, dass Sie, wenn Sie eine Wohnung mieten, eine Kaution zahlen müssen. Allerdings ist diese Vorgehensweise in Deutschland allgemein üblich und Sie werden schwerlich eine Mietwohnung finden, ohne dass eben diese Kaution fällig wird. Auf jeden Fall müssen im Mietvertrag die Höhe, die Art und die Zahlungsweise aufgeführt sein.

TIPP:

Die Mietkaution ist für viele eine große Menge Geld, die sie beim Mieten einer Wohnung beim Vermieter hinterlegen und jahrelang nicht wiedersehen. Dieses Geld fehlt dann beim Umzug oder für neue Anschaffungen. Wussten Sie, dass Sie sich das Geld auch sparen können? So einfach behalten Sie die Mietkaution.

 

Wie hoch darf die Mietkaution sein?

Mietkaution - Wie hoch darf sie sein?

Es ist per Gesetz geregelt, wie hoch die Mietkaution sein darf: maximal drei Nettokaltmieten. Die Höhe der Mietkaution muss im Mietvertrag aufgeführt sein.

TIPP:

Ausschließlich die Nettokaltmiete dient als Berechnungsgrundlage. Sie muss deshalb in Ihrem Mietvertrag genau aufgeführt sein. Das hilft, Fehler bei der Berechnung der Mietkaution zu vermeiden.

Sollte Ihnen ein Mietvertragsentwurf vorgelegt werden, oder Sie haben bereits seit Jahren einen, in dem die drei Nettokaltmieten überschritten werden, können Sie dagegen vorgehen. Zu viel gezahlte Beiträge sollten Sie zurückfordern.

Auch wenn Sie Ihre Wohnung „warm“ zu einem Festpreis gemietet haben, greifen die Regelungen zur Höhe: Grundlage für die Zahlung der Mietkaution für private Mieter bleiben die drei Nettokaltmieten. Der geschätzte „Warmanteil“ muss vom Vermieter also herausgerechnet und die Nettokaltmiete im Mietvertrag nachgetragen werden.

Der Vermieter hat das Recht, unter Beachtung aller Bedingungen und Auflagen Ihre Miete zu erhöhen. Ungeachtet der neuen Miethöhe bleibt die Mietkaution so, wie sie bei Abschluss des Mietvertrages vereinbart wurde. Sollte in Ihrem Mietvertrag eine andere Klausel enthalten sein, ist sie unwirksam.

TIPP:

Drei Nettokaltmieten sind eine Menge Geld. Bei einer Kaltmiete von 600 Euro immerhin 1800 Euro. Die hat nicht jeder auf der hohen Kante liegen. Sparen Sie sich doch das Geld für die Mietkaution einfach – mit einer Mietkautionsbürgschaft.

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Welche Arten der Mietkaution gibt es?

Welche Arten der Mietkaution sind üblich?

Mieter in Deutschland haben verschiedene Möglichkeiten, ihre Mietkaution zu stellen. Welche passt zu Ihnen? Achten Sie bei Ihrer Wahl in erster Linie auf Ihre finanziellen Möglichkeiten und reden Sie dann mit Ihrem Vermieter. Denn auch er muss mit Ihrer Entscheidung einverstanden sein.

Schauen wir uns die verschiedenen Modelle im Detail an:

  • Treuhandkonto: Trotz besserer Alternativen ist die sogenannte Barkaution auch heute noch die häufigste Form der Kautionsübergabe. Mit ihr ist nicht nur die Übergabe von Bargeld gemeint. Auch die Überweisung auf ein Treuhandkonto unter dem Namen des Mieters gehört zum Überbegriff „Barkaution“. Hier richtet der Vermieter ein Konto auf Ihren Namen und getrennt von seinem Vermögen ein. Dort bleibt das Geld, bis Ihr Mietverhältnis endet. Nach Beendigung des Mietverhältnisses erhalten Sie das Geld zurück – vorausgesetzt der Vermieter hat keine Forderungen durch einen Schadensfall mehr an Sie.
  • Bankbürgschaft: Bei einer Bankbürgschaft (auch Bankaval oder Mietaval genannt) übernimmt eine Bank die Bürgschaft und zahlt die Kosten an den Vermieter, falls Sie Mietrückstände haben oder ein von Ihnen verursachter Schaden am Wohnraum repariert werden muss. Selbstverständlich wird sich die Bank das Geld später wieder von Ihnen zurückholen. Nach unseren aktuellen Erfahrungen sind die Banken an der Vergabe von Bürgschaften immer weniger interessiert und berechnen ihren Kunden zunehmend höhere Gebühren für eine Bankbürgschaft. Hinzu kommt, dass Sie meist Kunde der Bank sein müssen, bei der sie eine Bankbürgschaft beantragen.

     

    Einige Banken fordern darüber hinaus auch eine Sperreinlage in Höhe der Mietkaution, also Geld, das Sie zwar besitzen, über das Sie aber nicht mehr verfügen können. In diesem Fall fragt man sich doch: Wozu dann überhaupt eine Bankbürgschaft?

  • Sparbuch: Mit Ihrer Bank hat auch das verpfändete Sparbuch zu tun. In diesem Fall kann der Mieter sein Mietkautionskonto selbst einrichten, allerdings mit sehr niedrigen Zinsen. Dazu eröffnet der Mieter ein Sparkonto auf seinen Namen und verpfändet es zugunsten des Vermieters, also übergibt dies dem Vermieter als Mietsicherheit. Nach Beendigung des Mietverhältnisses und wenn der Vermieter keine Forderungen an den Mieter mehr hat, wird das verzinste Guthaben an den Mieter ausgezahlt.

TIPP:

Achten Sie darauf, dass Ihre Bank einen Sperrvermerk ausführt, damit sich Ihr Vermieter hier nicht einfach selbst bedienen kann.

  • Bausparvertrag: Auch Bausparverträge können als Mietsicherheit genutzt werden. Sie sollten darauf achten, dass die Bank Sonderkonditionen anbietet, denn im Schadensfall muss es möglich sein, einen Teil des Geldes ausbezahlt zu bekommen, um die Ansprüche des Vermieters zu regulieren.
  • Mietkautionsdepot: Sind Vermieter und Mieter damit einverstanden, kann die Mietkaution auch in einem Mietkautionsdepot angelegt werden. Diese Fonds unterliegen nicht so starken Kursschwankungen wie dies bei Aktien oder Mischfonds der Fall ist, sondern sind sicherer und solider angelegt. Allerdings kommen hier zusätzliche Kosten für Gebühren und Steuern auf Sie zu.
  • Tagesanleihe: Die Tagesanleihe wird vom Mieter auf seinen Namen in Form eines Schuldbuchkontos gekauft und anschließend kostenfrei an den Vermieter verpfändet.
  • Private Mietbürgschaft: In diesem Fall steht eine Privatperson als Bürge für Mietrückstände oder Sachschäden ein und übernimmt im Schadensfall die Zahlung. Ein häufiges Beispiel ist, wenn Eltern für ihr Kind bürgen. Alles zu Vor- und Nachteilen, Regeln und Fakten dieser Bürgschaft haben wir uns unserem Kapitel über die Mietbürgschaft für Sie zusammengefasst. Dort finden Sie auch eine gratis Vorlage zum Downloaden.
  • Mietkautionsversicherung: Wie der Name schon sagt, bürgt hier eine Versicherung für Ihre Mietkaution. Das bedeutet: Statt eines Geldbetrages hinterlegen Sie beim Vermieter eine Bürgschaftsurkunde der Versicherung als Mietsicherheit. Es handelt sich also auch im eine Kautionsbürgschaft – Das Geld für die Barkaution können Sie behalten. Für diesen Service leisten Sie einen Jahresbeitrag, der sich nach der Höhe der Mietkaution richtet. Bei kautionsfrei.de sind es 5,25 Prozent der Mietkautionssumme. Sie wollen sich auch das Geld für die Mietkaution sparen? Rechnen Sie Ihren Beitrag für die Mietbürgschaft ganz einfach mit unserem Kautionsrechner aus.
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Bis wann muss die Mietkaution gezahlt werden?

Die Mietkaution wird mit Beginn des Mietverhältnisses fällig, also dem Tag, der als Zeitpunkt im Mietvertrag festgelegt ist. Erfolgt die Zahlung in bar oder durch Überweisung eines Geldbetrages, muss sie nicht sofort vollständig erfolgen, sie kann in 3 gleichen Raten gezahlt werden. Wichtig ist lediglich, dass die erste der drei Raten zum Beginn des Mietverhältnisses auf dem Konto des Vermieters ist.

TIPP:

Achten Sie bei einer Barzahlung der Kaution darauf, sich eine Quittung für die Übergabe geben zu lassen.

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Wie kann ich mir die Mietkaution vom Vermieter zurückholen?

Mietkaution vom Vermieter zurückholen.

Das Mieten einer Wohnung kann frustrierend sein: Die Rückzahlung der Mietkaution erfolgt selten unmittelbar nach dem Mietvertragsende. Der Grund für die zeitweise Einbehaltung der Mietkaution ist: Dem Vermieter steht eine "angemessene Frist" zu, um genau zu prüfen, ob und welche Ansprüche Ihnen gegenüber möglicherweise noch bestehen. Dabei handelt es sich häufig um:

  • Geldbeträge aus Nebenkosten, die noch nicht abgerechnet sind
  • vereinbarte, aber nicht umgesetzte Schönheitsreparaturen
  • Mietschulden

Das Geld für die Mietkaution kann also in der Praxis gut und gerne bis zu einem halben Jahr oder auch darüber hinaus auf sich warten lassen. Je nach Einzelfall darf der Vermieter die Mietkaution anteilig sogar noch länger behalten. Erfahren Sie mehr über Hintergründe, Fristen, Urteile und Sonderfälle in unsrem Kapitel über die Rückzahlung der Mietkaution. Dort erhalten Sie auch eine gratis Vorlage zum Downloaden, um Ihren Vermieter zur Rückzahlung der Mietkaution aufzufordern.

Falls Sie beim nächsten Mal nicht so lange auf Ihre Mietkaution warten möchten, denken Sie doch einmal über eine Mietkautionsversicherung nach. Dabei behalten Sie das Geld für die Mietkaution und hinterlegen lediglich eine Urkunde beim Vermieter. Mietkaution schon gezahlt? Sie können sich auch Ihre bereits gezahlte Mietkaution vom Vermieter rückerstatten lassen.

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Was passiert mit der Mietkaution bei Kündigung des Mietverhältnisses?

Mietkaution - Kündigung des Mietverhältnisses.
Oft muss man als Mieter lange auf die Mietkaution warten, wenn die Wohnung gekündigt wurde.

Wenn Sie Ihr Mietverhältnis kündigen, erhalten Sie Ihre Mietsicherheit vom Vermieter zurück. Im Fall angelegten Bargeldes haben Sie außerdem ein Recht auf die Auszahlung der Zinsen.

Der Vermieter darf allerdings das Geld einbehalten, wenn es noch offene Forderungen aus dem Mietverhältnis gibt, bspw. wenn vereinbarte, vom Mieter verschuldete Reparaturen nicht vorgenommen wurden oder Mietschulden oder offene Nebenkostenabrechnungen vorliegen. Um das zu prüfen, stehen dem Vermierer bis zu 6, unter Umständen sogar bis zu 12 Monate, Zeit zu.

Für Sie als Mieter ist das eine finanzielle Doppelbelastung, da beim Umzug in die neue Wohnung auch wieder eine Mietkaution fällig wird, Sie aber die alte Mietkaution von Ihrem ehemaligen Vermieter noch nicht zurückerhalten haben.

Mit einer Mietkautionsbürgschaft haben Sie diese Probleme nicht, da Sie jederzeit kündigen können und dann eine taggenaue Abrechnung bekommen. Der Vermieter hat trotzdem eine vollumfängliche Sicherheitsleistung.

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Kann ich die Mietkaution auch in Raten bezahlen?

Ist die Mietkaution in Raten zahlbar?

Ja, das können Sie: § 551 Absatz 2 des BGB berechtigt Sie sogar dazu, Ihre Mietkaution in drei gleichen monatlichen Raten zu erbringen. Die erste Rate ist bei Beginn des Mietverhältnisses fällig, die anderen beiden in den Folgemonaten.

Ein Beispiel: Sie unterschreiben Ihren Mietvertrag mit einer Kautionssumme von 1800 Euro am 25.09.2017

  • Die erste Rate in Höhe von 600 Euro zahlen Sie zum 01.10.2017, weil an diesem Tag Ihr Mietverhältnis beginnt.
  • Die zweite Rate von 600 Euro zahlen Sie zum 01.11.2017.
  • Die dritte und letzte Rate in Höhe von 600 Euro wird am 01.12.2017 fällig.

Trotzdem ist die Belastung groß, gerade, wenn man umzieht und vielleicht die Mietkaution aus dem alten Mietverhältnis noch nicht zurückbekommen hat. Mehr Vorteile haben Sie mit einer Mietkautionsversicherung. Statt der Barkaution, die Ihre Haushaltskasse belastet, zahlen Sie lediglich einen kleinen Jahresbeitrag und der Vermieter bekommt statt Ihrer Barkaution eine Bürgschaftsurkunde als Mietsicherheit. Rechnen Sie jetzt einfach Ihren individuellen Beitrag mit unserem Kautionsrechner.

 

Mietkaution: Welche Möglichkeiten der Finanzierung gibt es?

Oftmals sind die Kosten für einen Umzug (doppelte Mietzahlung, Umzugswagen, neue Einrichtung) hoch und es bleibt kaum Geld übrig, um die Mietkaution zum Fälligkeitstermin fristgerecht zu zahlen. Möchten Sie sich Ihre Mietkaution finanzieren lassen, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Kredit, Dispokredit oder Mietkautionsbürgschaft.

Aufnahme eines Kredits für die Kautionsbezahlung: Pro & Contra

Für die Aufnahme eines sogenannten Kleinkredits sprechen:

  • Geringe Zinskosten für Kleinkredite
  • Niedrige Sicherheitsanforderungen (regelmäßiges Einkommen oberhalb der Pfändungsfreigrenze)
  • Guter Eindruck beim Vermieter durch die fristgerechte Zahlung der gesamten Mietkaution

Gegen die Aufnahme eines sogenannten Kleinkredits sprechen:

  • Kreditrückzahlung und Zinsen sorgen für zusätzliche finanzielle Belastungen, meist über Jahre
  • Mögliche weitere Sicherheiten sind erforderlich, die teilweise Kosten verursachen: Wer als Student oder Auszubildender kein Einkommen oberhalb der Pfändungsfreigrenzen hat, muss häufig weitere Sicherheiten für den Ratenkredit hinterlegen, wie eine teure Restschuldversicherung oder eine Privatpersonenbürgschaft (z.B. von den Eltern)
  • Das Risiko von Berufsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit z.B. durch einen Unfall kann schnell eine Gefahr für Kreditnehmer werden

Zahlung der Mietkaution aus dem Dispo: Pro & Contra

Für die Nutzung des Dispositionskredits spricht:

  • Schnell, unkompliziert und in der Rückzahlung flexibel

Gegen die Dispo-Nutzung sprechen:

  • Sehr hohe Finanzierungskosten durch Zinssätze bis 11%

Zahlung der Mietkaution durch eine Mietkautionsbürgschaft: Pro & Contra

Für die Bürgschaft sprechen:

  • Keine Kreditabzahlung erforderlich
  • Barkaution behalten und finanziell flexibel bleiben
  • Geringer Jahresbeitrag: Die jährlichen Kosten für eine Mietkautionsbürgschaft belaufen sich auf durchschnittlich 5% der Kautionssumme
  • Sehr schnelle, sichere und unkomplizierte Beantragung mit Online-Antrag
  • Zusätzliche Absicherung bei Bürgschaft nicht auf erstes Anfordern
  • Einzige Voraussetzung: eine positive Bonität, bzw. keine negativen Einträge bei der SCHUFA

Welche Gegenargumente lassen sich anführen?

  • Es fallen jährlich Beitragskosten an

Mietkaution sparen mit Mietkautionsbürgschaft: So funktioniert's

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Wie wird die Mietkaution angelegt?

Mietkaution - welche Anlageformen gibt es?
Die Mietkaution muss korrekt angelegt werden. Bei Verstoß liegt u.U. der Strafbestand der Untreue vor!

Die Vermieter in Deutschland sind laut Mietrecht verpflichtet, die Mietkaution gemäß § 551 Abs. 3 BGB anzulegen.

Das bedeutet:

  • Sie muss strikt getrennt vom übrigen Vermögen des Vermieters auf einem Mietkautionskonto oder Mietkautionssparbuch insolvenzsicher angelegt sein.
  • Ihre Kaution muss bei einem Kreditinstitut zum üblichen Zinssatz für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist liegen.
  • Die Kaution kann auch als Spareinlage auf den Namen des Vermieters bzw. Ihren Namen (Sparbuch) bei gleichzeitiger Verpfändung an den Vermieter hinterlegt sein. Diese Entscheidung steht dem Vermieter frei.

Die weitverbreitete Meinung, die Mietkaution dürfe nur auf den Namen des Mieters angelegt werden, hält sich zwar hartnäckig, ist aber falsch. Solange der Vermieter die Mietkaution getrennt von seinem Vermögen anlegt, entspricht das voll und ganz den geltenden gesetzlichen Bestimmungen. Die Zinsgewinne stehen dem Mieter zu, werden zur Mietkautionssumme addiert und auch von ihm durch den Zinsabschlag versteuert. Über ihre Höhe erhält der Mieter eine Steuerbescheinigung, die er wiederum auf seine Einkommenssteuer anrechnen lassen kann. Der Vermieter muss  dem Mieter den Stand der Verzinsung regelmäßig mitteilen, was für ihn einen gewissen Aufwand bedeutet.

TIPP:

Als Mieter sind Sie berechtigt, einen Nachweis zu verlangen, dass der Vermieter die Kaution dem Gesetz entsprechend verzinst und unabhängig von seinem privaten Vermögen auf einem gesonderten Konto angelegt hat.

Der Vermieter muss sich an die gesetzlichen Regelungen halten, andernfalls kann ihm unter Umständen auch Untreue nach § 266 StGB zur Last gelegt werden. Dies wäre ein Straftatbestand. Bestehen Zweifel, dass der Vermieter die Kaution ordnungsgemäß angelegt hat, sollte der Mieter ihn auffordern, ihm die insolvenzfeste Anlage nachzuweisen. Weigert er sich oder reagiert er nicht, kann der Mieter gemäß §  den Kautionsbetrag zurückverlangen oder die Mietzinsansprüche mit der Kaution verrechnen. Das heißt, er darf die Miete bis zur Höhe der eingezahlten Kaution zurückhalten. Weist der Vermieter die ordnungsgemäße Anlage nach, muss die Miete sofort nachgezahlt werden.

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Wie kann ich die Mietkaution sparen?

Wie kann ich die Mietkaution sparen?
Die Mietkautionsbürgschaft spart dem Mieter die Mietkaution.

Eine bargeldlose Alternative bzw. Variante der Mietkaution ist die Mietkautionsversicherung. Hierbei gewährt eine Versicherung eine Kautionsbürgschaft in Höhe der zu leistenden Mietkaution. Das hat für Sie als Mieter den großen Vorteil, dass Sie das Geld für die Barkaution behalten können.

Für diesen Service leisten Sie bei der Mietkautionsversicherung von kautionsfrei.de einen geringen Jahresbeitrag in Höhe von 5,25% der Mietkautionssumme und genießen den vollumfänglichen Schutz der R+V Versicherung. Übrigens ist der Vermieter hier ebenfalls voll abgesichert, da er statt dem Bargeld die Bürgschaftsurkunde der R+V erhält. 

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Wie funktioniert das Mietkautionskonto bzw. das Mietkautionssparbuch?

Mietkautionskonto - Wie funktioniert das?
Auf einem Mietkautionskonto oder Mietkautionssparbuch muss die Mietkaution angelegt werden.

Die Mietkaution muss vom Vermieter getrennt von seinem übrigen Vermögen angelegt werden – auf einem Mietkautionskonto oder Mietkautionssparbuch. Nach dem Gesetz muss die Mietkaution so angelegt werden, dass das angelegte Kautionsgeld mindestens zu dem für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist üblichen Zinssatz verzinst wird. Die Zinsgewinne stehen dem Mieter zu. Die Verzinsung ist je nach Kreditinstitut sehr unterschiedlich und muss individuell angefragt bzw. vereinbart werden. Gewinnbringend ist das seit der Niedrig-Zins-Politik der EZB sowieso nicht mehr.

Der Vermieter ist über den Stand der Verzinsung auskunftspflichtig, was einen gewissen Bearbeitungsaufwand für den Vermieter bedeutet, da er die Zinsertragsberechnungen für jedes einzelne Mietkautionskonto durchführen muss. Die dem Mieter zustehenden Zinsen müssen durch Zinsabschlag versteuert werden. Hierfür erhält er vom Vermieter eine Steuerbescheinigung, aus der die Zinsberechnung und die einbehaltene Zinsabschlagsteuer hervor geht. So kann der Mieter gezahlte Steuern auch auf seine Einkommenssteuererklärung anrechnen lassen.

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Welche Unterschiede gibt es zwischen der Mietkaution für Privatmieter und Gewerbemieter?

Mietkaution - Welche Unterschiede bestehen zwischen Privat und Gewerbe?
Die Mietkautionsversicherung eignet sich sowohl für private als auch gewerbliche Mieter.

Im Unterschied zur privaten Mietkaution, wo maximal das Dreifache der Nettokaltmiete als Mietsicherheit eingefordert werden darf, gilt bei Geschäftsraummietverhältnissen keine Einschränkung bzgl. der Höhe der Kaution. Hier muss die Höhe einzelvertraglich festgehalten werden. Die Mietsicherheit für Gewerbemietverhältnisse fällt daher meist deutlich höher aus.

Aus diesem Grund werden Barkautionen bei Gewerberaum-Mietverträgen eher selten hinterlegt. In der Regel werden eine Einlagensicherheit mittels Hausbank oder eine gewerbliche Mietkautionsversicherung genutzt.

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Wann darf der Vermieter die Mietkaution behalten?

Hinweise zur Beanspruchung der Mietkaution.
Die Beanspruchung der Mietkaution kann verschiedene Gründe haben.

Der Vermieter hat nach Beendigung des Mietverhältnisses im Schadensfall das Recht, Ihre Mietkaution teilweise oder ganz einzubehalten. Gründe hierfür können sein:

  • Sie sind mit Ihrer Mietzahlung (Nettokaltmiete) im Rückstand.
  • Sie sind mit der Zahlung der Nebenkosten (Betriebskosten) im Rückstand.
  • Sie haben gewollt oder ungewollt durch unsachgemäßen Umgang Schäden am Wohnraum verursacht, die der Vermieter nun reparieren lassen muss.
  • Sie sind den vereinbarten Schönheitsreparaturen vor Ihrem Auszug nicht nachgekommen.

TIPP:

Nach aktueller Gesetzeslage sind viele Renovierungsklauseln in den alten Mietverträgen nicht mehr gültig oder sie enthalten Forderungen, die Sie heutzutage nicht mehr erbringen müssen. Viele Mieter wissen das nicht und renovieren vor ihrem Umzug drauflos, ohne dass sie es in diesem Umfang müssten. Informieren Sie sich darüber, ob Sie die geforderten Renovierungen wirklich vornehmen müssen. In Kooperation mit Mieterengel bieten wir Ihnen eine kostenlose telefonische Ersteinschätzung von einem Anwalt an.

Jetzt kostenlose Erstberatung sichern!

Wir empfehlen Ihnen außerdem, vor Ihrem Auszug eine gemeinsame Begehung des Wohnraums mit dem Vermieter zu machen und ein Übergabeprotokoll anzufertigen. Laden Sie sich hier Ihre Vorlage des Übergabeprotokolls zum Downloaden herunter. Mit diesem Protokoll haben Sie auch im Fall späterer Streitigkeiten etwas in der Hand.

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Katharina Abejón Pérez