Arbeiten um zu wohnen - starkes Preisgefälle bei den Mietpreisen verschiedener Metropolen

Branchennews

Von Marilla Schleibaum | 20. Februar 2013

Die Mietpreise in den Metropolen steigen. Daher bestimmt auch größtenteils das Einkommen, wo man sich in der Stadt niederlassen kann. Auch in Berlin steigen die Mieten an und die Politik hat Lösungsvorschläge.


Von steigenden Mietpreisen sind insbesondere die Großstädte betroffen: Das Wohnen in den Zentren wird immer teurer, so dass Normalverdienern kaum andere Möglichkeiten bleiben, als in städtische Randbezirke abzuwandern. München und Hamburg liegen bei den Mietpreisen zwar immer noch an der Spitze, aber auch das lange Jahre als günstig gepriesene Berlin holt langsam aber sicher auf. Dies veranlasst nicht nur die Bundesbürger, sondern auch die Politiker zu heißen Diskussionen und sie fordern einen Stopp des Mietpreisanstiegs. Doch wie sieht es eigentlich in anderen Metropolen aus? Das Expertenteam von kautionsfrei.de hat eine Übersicht der Mietpreise in beliebten Großstädten erstellt:

New York - die teuerste Stadt Amerikas

New York, die Stadt die niemals schläft, lockt mit ihrer beeindruckenden Skyline, dem vielfältigen Nightlife und verführerischen Shopping-Tempeln. Wer den „Big Apple“ nicht zufällig mit einem stattlichen Geldbündel erobern kann, sollte sich von vornherein mit dem Gedanken anfreunden, in einer kleinen Wohnung am Stadtrand zu leben. In der teuersten amerikanischen Stadt schlägt ein 1-Zimmer-Appartement mit 2.395 Dollar (1.794 Euro) und ein 2-Zimmer-Appartement mit etwa 3.250 Dollar (2.434 Euro) zu Buche. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die New Yorker zwischen 40 und 60 Prozent ihres Einkommens allein für die Monatsmiete ausgeben. Um überleben zu können, sollte man daher pro Monat etwa 5.000 Dollar (3.696 Euro) zur Verfügung haben. Richtig Spaß macht das Leben dort aber erst mit einem monatlichen finanziellen Budget ab 7.500 Dollar (5.544 Euro). Günstiger geht es nur, wenn man lange Anfahrtswege oder eine Wohngemeinschaft in Kauf nimmt.

Londons Mietwucher steht niedrigem Einkommen gegenüber

Noch teurer als in New York lebt es sich in London. 56 Euro lassen sich die Briten einen Quadratmeter kosten. Um in der Metropole an der Themse die Grundkosten decken zu können, benötigt ein Haushalt über 5.000 Euro, da allein für die Monatsmiete einer 2-Zimmer-Wohnung mit 4.000 Euro gerechnet werden muss. Das Problem dabei: das durchschnittliche Einkommen ist weit davon entfernt. Es liegt pro Monat bei etwa 3.390 Euro, so dass vielen nichts anderes übrig bleibt, als sich in Außenbezirken anzusiedeln, um über die Runden zu kommen.

Paris - je kleiner, desto teurer

Dabei ist das Ende der Fahnenstange aber noch nicht erreicht. Die Wohnungsknappheit in Paris ruft Quadratmeterpreise von 80 Euro aufwärts auf den Plan. Wer jetzt glaubt, für dieses Geld ein Luxusappartement in der Stadt der Liebe zu ergattern, irrt gewaltig. Gerade mal ein Raum steht dafür zur Verfügung, der mitunter weder eine Toilette noch eine Dusche zu bieten hat; die Bäder sind über die Flure erreichbar und müssen mit anderen Mietern geteilt werden. In der Stadt an der Seine gilt, je kleiner die Wohnfläche, desto höher der Quadratmeterpreis, was der großen Nachfrage nach diesen Mietobjekten geschuldet ist. Abhängig von Stadtviertel und Größe lassen sich aber auch Wohnungen mit einem humaneren Quadratmeterpreis, zwischen 25 und 30 Euro, finden.

Rom verpflichtet Mieter zur Treue

Wer in der italienischen Hauptstadt einen Mietvertrag unterschreibt, muss sich von vornherein auf lange Laufzeiten und Kündigungsfristen von mindestens sechs Monaten einstellen. Daher sollte man sich gründlich überlegen, welche Wohnung man anmietet und ob man sich den entsprechenden Mietpreis auch über einen längeren Zeitraum leisten kann. Da ebenso wie in Paris eine große Nachfrage nach kleinen Wohnungen besteht, können die Vermieter über die Preisgestaltung relativ frei verfügen und ihre Forderungen in die Höhe treiben. In zentraler Lage sind daher 40 Euro für den Quadratmeter durchaus üblich, in weniger attraktiven Stadtbezirken muss man mit etwa 20 Euro kalkulieren.

Polnische Besserverdiener leben in Warschau

Wie in den anderen Metropolen, gibt es auch in Polen ein starkes Stadt-Land-Gefälle. In den Provinzen, die zum Teil mit großen wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen haben, sind die Mietpreise deutlich geringer als in den attraktiven, aufstrebenden Metropolen. Warschau teilt sich mit Krakau den ersten Platz der teuersten Städte des Landes. Verglichen mit anderen Großstädten Europas sind Quadratmeterpreise zwischen 11 und 20 Euro noch verhältnismäßig günstig und vergleichbar mit denen deutscher Großstädte. Ein Blick auf den polnischen Durchschnittsbruttolohn - 862 Euro - macht jedoch deutlich, dass das Stadtleben allein den Besserverdienern vorbehalten ist.

Berlin - noch bezahlbar

In der deutschen Hauptstadt ziehen die Quadratmeterpreise zwar an, trotzdem kommt man in den begehrten und teuersten Lagen Berlins noch mit 10 Euro (zuzüglich Nebenkosten) für den Quadratmeter davon. Im Durchschnitt müssen Berliner 7,79 Euro pro Quadratmeter bei der Wohnungssuche einkalkulieren. Mit Lebenshaltungskosten um die 800 Euro für einen Zweipersonenhaushalt, lässt es sich hier im Vergleich zu den anderen Metropolen halbwegs günstig leben.

In den letzten Jahren hat sich der Wohnungsmarkt in Berlin stark verändert. Während es bis vor kurzem noch möglich war, günstige Wohnungen im Stadtzentrum zu finden, hat der Bau- und Sanierungsboom dazu geführt, dass der Anteil an Luxusimmobilien gestiegen ist - und mit ihm automatisch auch die Preise. Durch die wachsende Begeisterung für die Stadt sind gleichzeitig die Zuzüge in die Höhe geschnellt, was eine Verknappung des Wohnraums zur Folge hat. Um den Anstieg der Mieten in deutschen Großstädten einzudämmen, tritt im April oder Mai diesen Jahres ein Gesetz in Kraft, wonach die Bundesländer per Rechtsordnung darüber entscheiden können, die Kappungsgrenze für Mieterhöhungen von 20 auf 15 Prozent zu senken. „Allerdings bezieht sich diese Regelung allein auf bestehende nicht aber auf neu geschlossene Mietverträge. So muss auch in Zukunft damit gerechnet werden, dass man als Neumieter möglicherweise 40 Prozent mehr bezahlt als der Nachbar. Diese Regelung reicht meiner Meinung nach zu kurz und wird nicht dazu beitragen können, das Preisniveau in deutschen Städten langfristig zu stabilisieren“, merkt Franz Rudolf Golling, Geschäftsführer von kautionsfrei.de, an.

Von Marilla Schleibaum | 20. Februar 2013