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Mietkaution für die Wohnung - Kredit, Dispo oder Kautionsbürgschaft?

Mietkaution

Von Katharina Abejon-Perez | 18. Juli 2014

Kredit aufnehmen, Konto ins Minus oder Bürgschaft ?

Kredit, Dispo oder Kautionbürgschaft - wie Mietkaution der neuen Wohnung finanzieren?
Neue Wohnung = Mietkaution. Welche Möglichkeiten zur Finanzierung gibt es?

Kredit, Dispo oder Mietkautionsbürgschaft - Welche Vor- und Nachteile bieten die Finanzierungmöglichkeiten für die Mietkaution der neuen Wohnung? Zu einem Mietvertrag gehört schließlich heute im Normalfall auch immer eine Sicherheit für den Vermieter - die Mietkaution. Diese soll sicherstellen, dass der Vermieter seine Forderungen bezüglich des Mietzinses oder in Form von Schadenersatz nach dem Auszug auch bei ausbleibender Zahlung des Mieters stets durchsetzen kann.

Wenn Sie also eine Wohnung mieten möchten, wird der Vermieter im Normalfall von Ihnen eine Mietkaution verlangen, die laut §551 Absatz 1 BGB die Höhe von 3 Monatsmieten (ohne Nebenkosten) nicht überschreiten darf. Doch welche Möglichkeiten stehen Ihnen offen, um den Kautionsanspruch des Vermieters zu befriedigen?

Oftmals bewegen sich die Kosten des Umzugs (doppelte Mietzahlung, Umzugswagen, neue Einrichtung) sowieso schon auf einem recht hohen Niveau und es bleibt kaum Geld übrig, um auch noch eine Mietkaution zu schultern. Im Folgenden sollen drei verschiedene Optionen zur Kautionszahlung mit ihren Vor- und Nachteilen einander gegenübergestellt werden, um Ihnen einen bestmöglichen Überblick bieten zu können.

Kreditaufnahme zur Zahlung der Mietkaution - Pro und Contra

Sollten Sie nicht über das nötige Bargeld für die Zahlung der Mietkaution verfügen, steht Ihnen mitunter der Weg über einen Ratenkredit Ihrer Bank offen. Entsprechende Kleinkredite werden von vielen Banken angeboten und stellen somit einen durchaus gangbaren Weg dar. Doch was spricht dafür und welche Gegenargumente lassen sich anführen? Nachfolgend werden die Vor- und Nachteile genauer diskutiert.

Mietkaution mit einem Kredit bezahlen

Bild: Vorteile eines Kautionskredites sind: Der Vermieter erhält sein Geld und der Mieter muss nicht an die Ersparnisse gehen. Quelle des Bildes: © Dan Race - Fotolia.com

Was spricht für eine Kreditaufnahme zur Zahlung der Mietkaution?

  • Geringe Zinskosten für Kleinkredite: Da eine Mietkaution laut §551 Abs. 1 BGB maximal 3 Monatsmieten betragen darf, liegt die erforderliche Kreditsumme je nach Miethöhe normalerweise bei 1.000 - 3.000 Euro. Solche Kleinkredite werden von vielen Banken zu recht geringen Zinssätzen angeboten.
  • Sicherheitsanforderungen nicht zu hoch: Bei einem Kleinkredit erwarten Banken oftmals keine allzu hohen Sicherheitsanforderungen. Mit einem regelmäßigen Einkommen oberhalb der Pfändungsfreigrenzen sollte die Kreditvergabe kein großes Problem darstellen.
  • Fristgerechte Zahlung der gesamten Kaution: Durch die Kreditaufnahme haben Sie die Möglichkeit, dem Vermieter die gesamte Kaution fristgerecht zu überweisen. Dies lässt keinerlei Zweifel des Vermieters an Ihrer Bonität aufkommen.
  • Sie erhalten die Kaution nebst Zinsen zurück: Ihr Vermieter ist laut §551 Abs. 3 BGB verpflichtet, die entrichtete Kaution auf einem gesonderten Sparkonto zu hinterlegen, welche dann zum üblichen Marktzins für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist verzinst wird. Nach Ablauf des Mietverhältnisses erhalten Sie die Mietkaution inklusive der aufgelaufenen Zinsen zurück, sofern Ihr Vermieter keine Schadenersatzansprüche, beispielsweise wegen Schäden an der Mietsache, geltend macht.

Welche Gegenargumente lassen sich anführen?

  • Kreditrückzahlung sorgt für zusätzliche finanzielle Belastungen: Da die Rückzahlung für einen Ratenkredit sofort nach der Kreditauszahlung beginnt, müssen Sie für die Laufzeit des Kredits jeden Monat die finanzielle Zusatzbelastung in Form einer Ratenzahlung schultern.
  • Zinsen als weitere Kosten - bei kleinen Kautionen oftmals unnötig: Mit dem Ratenkredit finanzieren Sie eine Sicherheitsleistung für den Vermieter und müssen dafür auch noch Zinsen zahlen. Die Zinszahlungen an die Bank werden vom Vermieter bei der Rückzahlung der Mietkaution natürlich nicht erstattet und sind damit verloren. Gerade bei kleineren Mietkautionen ist eine Kreditaufnahme zudem unnötig, weil das Gesetz bereits eine Art "Kredit" für den Mieter erlaubt. Laut §551 Abs. 2 BGB kann der Mieter die Kaution nämlich in 3 gleichen Monatsraten (jeweils zum Mietzahlungstermin mit Beginn des Mietverhältnisses) hinterlegen. Dabei fallen übrigens keinerlei Zinskosten an.
  • Mitunter weitere Sicherheiten erforderlich: Wer als Student oder Auszubildender noch kein Einkommen oberhalb der Pfändungsfreigrenzen aufweist, muss mitunter andere Sicherheiten für den Ratenkredit hinterlegen. Oftmals erwarten Banken eine Restschuldversicherung als Sicherheit, die die Kosten der Finanzierung jedoch mitunter deutlich erhöht. Alternativ kann natürlich auch eine Bürgschaft (z.B. von den Eltern) als Sicherheit dienen.
  • Berufsunfähig, was nun? Im Arbeits- und Privatleben lauern überall Gefahren, weshalb ein vorhandener Kredit schnell zum Problem werden kann, falls man berufsunfähig wird. Schließlich muss das Geld beim Wegfall des Einkommens zusammengehalten werden. Die Laufzeit und die Höhe eines Kredites können folglich eine unkalkulierbare Gefahr für den Kreditnehmer werden. Im Frühjahr 2013 konnten 28,67 Prozent der Berufsunfähigkeitsfälle auf psychische oder Nervenerkrankungen zurückgeführt werden (Quelle: Ergo). Rund zehn Prozent der Berufsunfähigkeitsfälle waren Unfälle. Kreditinstitute erfragen daher auch in zunehmendem Maße, ob der Kreditnehmer für diesen Fall vorgesorgt hat bzw. ob eine entsprechende Versicherung besteht.

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Zahlung der Mietkaution aus dem Dispo - Pro und Contra

Die Mietkaution mit dem Dispo bezahlen

Bild: Der Dispo-Kredit sollte nur als Ultima-Ratio zur Finanzierung der Mietkaution eingesetzt werden. Quelle des Bildes: © VRD - Fotolia.com

Ein sehr unkomplizierter und scheinbar bequemer Ansatz ist die Zahlung der Mietkaution aus dem Dispositionskredit des eigenen Girokontos. Nachfolgend werden die Pro- und Contra-Argumente zu dieser Lösung näher ausgeführt.

Was spricht für eine Nutzung der Dispo-Kreditlinie für die Mietkaution?

  • Sehr schnell und unkompliziert: Für die Nutzung des eigenen Dispositionskredits müssen Sie keinen zusätzlichen Antrag stellen, wenn dieser bereits gewährt wurde. Sie können die Mietkaution also einfach so an den Vermieter überweisen, als ob der Betrag Ihnen als Guthaben zur Verfügung steht.
  • Rückzahlung flexibel - keine sofortige Belastung: Die Rückzahlung des Dispo-Kredits kann vom Kontoinhaber frei gestaltet werden. Im Vergleich zum Ratenkredit bringt dies zusätzliche finanzielle Flexibilität, da Sie nicht sofort einer zusätzlichen monatlichen Finanzbelastung ausgesetzt sind.

Welche Argumente sprechen gegen die Dispo-Nutzung für die Mietkaution?

  • Sehr hohe Finanzierungskosten: Die Kosten für einen Dispositionskredit fallen auf den ersten Blick nicht sonderlich auf, liegen aber deutlich höher als bei Ratenkrediten. Während sich ein normaler Ratenkredit für Zinssätze zwischen 4 und 6% eff. p.a. nutzen lässt, liegt der Durchschnitt der Dispo-Zinsen laut Stiftung Warentest bei durchschnittlich 11%. Sollten Sie Ihr Konto zudem bei einer Bank mit besonders hohen Dispo-Zinsen eröffnet haben, könnten die Kosten sogar bei bis zu 15% p.a. liegen.
  • Ausgleichsmöglichkeit finanzieller Engpässe fällt weg: Der Dispo-Kredit eines Girokontos ist dazu gedacht, finanzielle Engpässe zum Ende des Monats abzufangen. Wird der Dispo allerdings für die Kaution komplett aufgezehrt, fällt diese Möglichkeit zunächst weg. Dies kann gerade für Studenten und Auszubildende finanzielle Probleme mit sich bringen.

Zahlung der Mietkaution durch eine Kautionsbürgschaft - Pro und Contra

Mietkaution mit der Mietkautionsbürgschaft stellen

Bild: Die Mietkaution wird beim Vermieter mit einer Mietkautionsbürgschaft "abgesichert". Wie bei anderen Versicherungen auch (Bsp. Hausratversicherung), werden Versicherungsbeiträge natürlich nicht zurückgezahlt. Quelle des Bildes: © vege - Fotolia.com

 

Wenn Sie keinen Kredit aufnehmen wollen oder können, steht Ihnen die Möglichkeit einer Mietkautionsbürgschaft offen. Hierbei steht der Bürgschaftsgeber für entstandene Schäden an der Wohnung ein und reguliert diese direkt mit dem Vermieter. Sie als Mieter entrichten lediglich einen geringen jährlichen Betrag. Nachfolgend werden die einzelnen Vor- und Nachteile dieser Lösung genauer aufgezeigt.

Was spricht für die Zahlung der Mietkaution durch eine Mietkautionsbürgschaft?

  • Keine Kreditabzahlung erforderlich: Bei der Nutzung einer Mietkautionsbürgschaft müssen Sie keinen Kredit abzahlen, so dass große finanzielle Zusatzbelastungen entfallen. Das eingesparte Geld lässt sich in die neue Einrichtung oder andere wichtige Anschaffungen investieren.
  • Nur geringe jährliche Kosten: Die jährlichen Kosten für eine Mietkautionsbürgschaft belaufen sich auf durchschnittlich 5% der Kautionssumme. Viele Anbieter erheben darüber hinaus Extrakosten oder Gebühren. Einige wenige Anbieter sind da transparenter und haben keinerlei versteckte Zusatzkosten, Extra- oder Bearbeitungsgebühren - ein Anbietervergleich für Mietkautionsbürgschaften lohnt sich also und auch ein Blick auf die Kundenbewertungen der Anbieter ist sehr hilfreich. Die Mietkautionsbürgschaft ist zudem sehr sicher und seit mittlerweile über 5 Jahren fest am deutschen Mietmarkt etabliert.
  • Kein Streitpotenzial zwischen Vermieter und Mieter: Auch wenn laut eines Grundsatzurteils des BGH (AZ: VIII ZR 234/13) die Befriedigung streitiger Forderungen des Vermieters aus der Kaution unzulässig ist, kommt immer wieder Streit auf. Einige Vermieter greifen auf die Mietkaution zu, um beispielsweise angebliche aber oft auch ungerechtfertigte Betriebskostennachzahlungen auszugleichen. Es gibt auch Fälle, bei denen große Vermietungsgesellschaften oder Eigentümerverwaltungen mit den Mietkautionsgeldern auf Zinsgewinne am Aktienmarkt spekulieren. Eine Mietkautionsbürgschaft ist daher nicht nur die transparentere, sondern auch ehrlichere Lösung. Schließlich handelt es sich auch bei einem Mietvertrag um einen Vertrag. Und Vertrag kommt von vertragen…
  • Sehr schnelle und unkomplizierte Beantragung: Die Mietkautionsbürgschaft kann online in wenigen Schritten beantragt werden und man erhält eine sofortige Bildschirmzusage. Die Daten werden sicher und verschlüsselt übertragen und maximal 48 Stunden später hat man als Mieter die Bürgschaftsurkunde bereits im Briefkasten. Keine Kreditgespräche bei der Bank, keine Versicherungsvertreter, die einem noch 3 weitere Produkte aufschwatzen wollen - einfach nur eine schnelle Onlinelösung für das große finanzielle Problem der Mietkaution.

Welche Gegenargumente lassen sich anführen?

  • Es wird später keine Kaution ausgezahlt:Nach Beendigung des Mietverhältnisses erhalten Sie keine Mietkaution zurück, obwohl Sie regelmäßig Versicherungsbeiträge eingezahlt haben. Eigentlich auch logisch, denn Sie haben in diesem Fall die Mietkaution auch nicht von Ihrem Geld bezahlt, sondern ein Bürge steht dafür ein. Dies ist auch bei anderen, normalen Versicherungen so, daher lässt sich dies nicht als Negativargument sehen. Oder bekommen Sie etwa die Beiträge einer Hausratversicherung, Privathaftpflichtversicherung oder Diebstahlversicherung zurück? Nein, denn es ist eben eine Versicherung.
  • Der Vermieter erkennt die Bürgschaft eventuell nicht an: Da die Kautionsbürgschaft hierzulande noch bei vielen Vermietern eine mehr ungewohnte denn unbekannte Methode der Mietkautionshinterlegung darstellt, kann es passieren, dass Ihr Vermieter die Bürgschaft eventuell ablehnt. Sollte sich dieser nicht umstimmen lassen, kann die Bürgschaftsurkunde ohne Probleme kostenfrei innerhalb von 14 Tagen zurückgegeben werden. Zudem bieten einige Anbieter an, sich mit dem Vermieter direkt telefonisch in Verbindung zu setzen, um letzte Fragen und Zweifel in einem direkten Gespräch aus dem Weg zu räumen.

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Fazit

Der Mietvertrag ist nur mit einer entsprechenden Mietkaution rechtskräftig

Bild: Wenn die Mietkaution finanziert ist, steht auch einer Unterzeichnung des Mietvertrages nichts mehr im Wege. Quelle des Bildes: © photocrew - Fotolia.com

Nicht nur, wenn Sie als Student oder Auszubildender nur ein geringes Einkommen aufweisen, sondern auch für die ganz normale deutsche Durchschnittsfamilie stellt die Mietkaution eine sehr hohe finanzielle Zusatzbelastung dar. Die Finanzierung über einen Kredit ist zwar durchaus ein gangbarer Weg, bringt aber ebenfalls hohe zusätzliche Kosten pro Monat mit sich. Sollten Sie Ihre Mietkaution hingegen über den eigenen Dispo-Kredit finanzieren, können Sie zwar ein großes Maß an Flexibilität nutzen, müssen allerdings auch sehr hohe Zinskosten tragen.

Die Mietkautionsbürgschaft stellt hingegen einen sehr flexiblen und günstigen Weg dar, weil Sie die Kaution selbst gar nicht hinterlegen müssen, sondern lediglich eine Versicherung mit Bürgschaft in Anspruch nehmen. Die Kosten bewegen sich auf einem niedrigen Niveau und Sie können das eingesparte Geld besser anderweitig verwenden.

Von Katharina Abejon-Perez | 18. Juli 2014

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