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So bekommen Sie Ihre Mietkaution zurück in 3 Schritten

Mietkaution

Von Katharina Abejon-Perez | 27. Dezember 2017

In 16,5 Prozent aller Mietrechtsprozesse geht es um die Rückzahlung der Mietkaution. Damit ist sie nach Vertragsverletzungen (27,6 Prozent) und Betriebskosten (22,6 Prozent) der dritthäufigste Grund für Auseinandersetzungen zwischen Mietern und Vermietern. Um Streit mit dem Vermieter zur Rückzahlung der Mietkaution zu vermeiden, sollten Sie sich gut vorbereiten und wissen, was wann zu tun ist. Unsere Tipps werden Sie dabei unterstützen.

Mann im Geldregen
Mietkaution zurück: So einfach geht's

1. Schritt: Führen Sie gemeinsam mit dem Vermieter eine Vorabnahme durch

Ihre Kündigung liegt dem Vermieter vor und er hat sie bestätigt? Super. Wenn der Vermieter nun nicht von selbst eine Vorabnahme vorschlägt, sollten Sie das tun. Bei einem Termin vor Ort begehen sie gemeinsam mit ihm beziehungsweise dem Hausverwalter die Wohnung. In einem Protokoll halten Sie dann fest, welche Schäden bis zur Abnahme der Wohnung beseitigt werden müssen – ein Exemplar geht an den Vermieter und eins behalten Sie.

Sie wissen nicht, welche Reparaturen Sie laut Mietrecht erledigen müssen und welche nicht? Erfahren Sie mehr in unserem Beitrag zu Renovierungsklauseln in Mietverträgen.

2. Schritt: Erledigen Sie die vereinbarten Reparaturen

Wurden bei der Vorabnahme Schäden festgestellt, die behoben werden müssen, ist es nun an der Zeit, dies zu erledigen. Je genauer die Schäden in dem Protokoll festgehalten wurden, desto leichter ist es, die Wohnung in einen tadellosen Zustand zu versetzen. Neben Reparaturen sollte man nach Möglichkeit auch dafür sorgen, dass die Wohnung sauber und ordentlich übergeben wird. Das macht einen guten und zuverlässigen Eindruck und der Vermieter wird weniger darauf aus sein, kritisch in jede Ecke zu schauen und wegen Kleinigkeiten einen Streit vom Zaun zu brechen.

Selbst malern oder Profis beauftragen? Was bedeutet „besenrein“? Und welche Abnutzungen müssen Sie als Mieter nicht reparieren? Wir verraten es Ihnen in unserem Blogartikel 5 Mängel, die Vermieter bei der Wohnungsübergabe hinnehmen müssen.

3. Schritt: Machen Sie eine Wohnungsabnahme mit Übergabeprotokoll

Die Abnahme ist meist der letzte Termin, an dem man in der Wohnung ist. Damit es auch wirklich dabei bleibt, sollte dieser bestens vorbereitet sein. Zum Beispiel: Sind alle Schlüssel vorhanden oder müssen noch Exemplare von den Eltern oder der Freundin zurückgeholt werden? Wenn zum Einzug ein Protokoll mit Mängeln angefertigt wurde, sollte auch dieses mitgebracht werden. So lässt sich vermeiden, dass einem Schäden angelastet werden, die man gar nicht verursacht hat.

Das Vorabnahmeprotokoll dient bei der Übergabe zur Orientierung. Es wird gecheckt, ob auch wirklich alle angemerkten Schäden behoben wurden. Im Übergabeprotokoll wird dann festgehalten, wenn immer noch kleine Kritikpunkte zu finden sind oder aber auch alles anstandslos übergeben wurde. Mieter und Vermieter müssen das Protokoll unterschreiben.

Hier finden Sie einen gratis Vordruck für Ihr Wohnungsübergabeprotokoll.

Und wann bekommt man jetzt die Mietkaution endlich zurück?

Als Mieter hat man nun alles getan, jetzt ist der Vermieter dran. Ihm steht eine „angemessene Frist“ zu, um zu prüfen, ob er Ihnen gegenüber noch Ansprüche hat. Dazu gehören beispielsweise:

  • bei der Vorbesichtigung vereinbarte, aber nicht beseitigte Reparaturen von Schäden an der Wohnung
  • noch nicht abgerechnete Nebenkosten
  • Mietschulden.

Diese Prüfungen können eine ganze Weile dauern. Das liegt schon allein daran, dass dem Vermieter zum Zeitpunkt Ihres Auszugs selten die für die Nebenkostenabrechnung notwendigen Rechnungen der Stadtwerke vorliegen. Zu der Frage, wie lange sich ein Vermieter genau mit der Rückzahlung der Mietkaution Zeit lassen darf, beziehen die Gerichte keine einheitliche Stellung. Normalerweise sind es drei bis sechs Monate, in Einzelfällen kann es aber noch länger dauern. Ist die Abrechnung innerhalb eines Jahres nicht erfolgt, darf der Vermieter die Mietkaution, wenn auch nur anteilig, sogar darüber hinaus einbehalten.

Man sollte sich aber nicht zu entspannt zurücklehnen und darauf vertrauen, dass das Geld schon irgendwann den Weg auf das eigene Konto findet. Es gibt eine Verjährungsfrist von drei Jahren. Hat der Vermieter in der Zeit nicht gezahlt, müssen Sie die noch offene Summe leider abschreiben. Wenn der Vermieter nach einem Jahr und Abrechnung der Betriebskosten immer noch nicht bereit ist, die hinterlegte Summe rauszurücken, fordern Sie ihn zur Rückzahlung der Mietkaution auf. Nutze Sie dafür gern unseren gratis Vordruck. Wenn auch das nichts nützt, bleibt Ihnen nur noch, vor Gericht zu ziehen.

Ihr Vermieter will Ihnen die Mietkaution nicht zurückgeben?

Leider hinterlegen die meisten Mieter beim Einzug die Mietkautionen in bar (bzw. überweisen das Geld) beim Vermieter. In den meisten Fällen sind Sie beim Auszug darauf angewiesen, dass Ihr Vermieter sich an die Regeln hält und Ihnen das Geld überweist. Leider ist das aber nicht immer der Fall. Jetzt bleibt Ihnen als Mieter nur der Rechtsweg. Viele Mieter scheuen diesen Schritt, ohne Rechtschutz schreckt dieser Schritt ab. Sicherer als eine Barkaution ist hier unsere Mietkautionsbürgschaft. Unsere Versicherung ist eine Bürgschaft "nicht auf erstes Anfordern". Ansprüche des Vermieters werden erst geprüft. Somit können Sie sich zurücklehnen.

Wenn Sie Probleme mit Ihrem Vermieter haben, ist der deutsche Mieterbund eine gute Anlaufstelle und biete kompetente Beratung.

Wussten Sie schon? Sie könnten in der Umzugszeit 3000 Euro mehr im Portemonnaie haben!

Richtig gelesen: Durch das Hinterlegen einer Barkaution beim Vermieter fehlen Ihnen in der Umzugszeit rund 3000 Euro – und das für bis zu 1 Jahr! Ganz genau, richtig gelesen. Denn in der Regel hinterlegen Sie ja bereits eine Mietkaution für die neue Wohnung, bevor Sie die Kaution von der „alten“ Wohnung zurückbekommen haben. Die durchschnittliche Mietkaution in Deutschland beträgt 1500 Euro, mit steigenden Mietpreisen steigen auch die Mietkautionshöhen. Sie hinterlegen also in der Zeit, wo Sie Ihr Geld eigentlich dringend bräuchten für eine lange Zeit sogar zwei Mietkautionen.

Dieses Geld könnten Sie auch behalten. Sie wollen wissen wie das geht? Stichwort: Mietkautionsbürgschaft. Hier erhält der Vermieter statt der Barkaution eine Urkunde einer Versicherung oder Bank. Dafür zahlen Sie einen kleinen jährlichen Beitrag.

Erfahren Sie hier, wie das genau funktioniert.

Von Katharina Abejon-Perez | 27. Dezember 2017

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